Robert Wenger: 54 Jahre wegen Diebstahls verwahrt!

 

 

Unglaublich und doch wahr. Folgende Fakten haben wir aus einem Beobachter Artikel (2006) zusammengestellt.

Knapp zwei Jahre alt wurde Robert Wenger seinen Eltern weggenommen und in ein Heim gesteckt. Weil er sich ausgenutzt und schikaniert vorkam floh er immer wieder, was nur immer härteres Anpacken zur Folge hatte.

Mit 18 steckte man ihn in die Heilanstalt Münsingen, wo das erste Gutachten 1945 zum Schluss kam, es handle sich bei Robert Wenger um "einen debilen, haltlosen und moralisch defekten Psychopathen". Wortwörtlich wurde diese Diagnose auch 1950 gestellt. Robert Wenger flüchtete auch weiterhin immer wieder. Doch um sich draussen durchzuschlagen stahl er Essen und Kleider. Auch mit kleinen Betrügereien hielt er sich über Wasser. Er wurde jedoch immer wieder geschnappt, verurteilt und erneut eingesperrt. Die Klinik Waldau drückte ihm 1954 den Stempel "gemeingefährlich" auf. Die aargauische Klinik Königsfelden sah 1961 in ihm einen "milieugeschädigten, unintelligenten, haltlosen Psychopathen mit Neigung zu Pseudologien". 1974 kam erneut die Klinik Waldau zum Zug und zum selben Schluss.

Ganz offensichtlich wurden die Gutachten jahrzehntelang voneinander abgeschrieben. Kein Gutachter hielt es für nötig eine seriöse Abklärung zu machen. Obwohl Robert Wenger niemals ein Gewaltdelikt verübte wurde er als gemeingefährlich eingestuft und über ein halbes Jahrhundert eingesperrt. Erst als die Sendung Quer den Fall Publik machte, wurde Robert Wenger 1999 entlassen.

Der ehemalige Berner Regierungsrat Samuel Bhend meinte dazu lediglich: "Das System hat versagt."(!?) Das ist die typische Reaktion aller Staatsbeamten: die Verantwortung und somit Schuld von sich an ein imaginäres "System" zu weisen. Als ob nicht Menschen Robert Wenger begutachtet, verurteilt, eingesperrt hätten, sondern ein "System". Es fragt sich wo die skrupellosesten Verbrecher sitzen.